Ein Jahr voller Überraschungen war für mich das Kinojahr 2010 bis zum heutigen Tag. Waren es aber in den meisten Fällen durchaus erfreuliche Überraschungen a la "From Paris With Love" oder "Kick-Ass" muss ich nun umso überraschter feststellen, dass der bis hierhin größte Flop 2010 aus der Mache des aufgrund seines Geniestreiches "The Dark Knight" zu Recht in den Regieolymp aufgestiegene Christopher Nolan stammt.
Fangen wir vorne an:
Die Story ist in der Tat recht interessant und vorne weg will ich sagen, das der Film nach der Pause auch ordentlich an Spannung und (ENDLICH) an Fahrt aufnimmt, ABER sowas Ähnliches hab ich in den 90ern schonmal wesentlich spannender gesehen: "FLATLINERS" mit Kiefer Sutherland und Julia Roberts. Der Handlungsstrang mit seiner toten Frau kommt mir vor, als wäre dieser für eine nachträgliche "EXTENDED SUPER CUT VERSION" hineingeschnitten worden. Zudem kommt, das der Film äußerst wortlastig daherkommt. Das passt zu Filmen wie "Hautnah" (großartig gespielt) oder auch "Eine Frage der Ehre", aber nicht zu einem Film, der Actionfilm und Thriller sein will.
Bleibt also die Feststellung, das der Film mir persönlich ca. 30-45 Minuten zu lang ist...
Kommen wir zur Besetzung. Die meisten Darsteller gefallen mir sehr gut. Herausheben möchte ich definitiv Ellen Page, Cillian Murphy und vor allem Joseph Gordon-Levitt. Letzterer ist für mich sogar das Highlight des Films. Mein Freund Leo, den ich für "Titanic" gehasst, für "Departed" geliebt und für "Shutter Island" bewundert habe, ist eine schier unfassbare Fehlbesetzung. Diese Mischung aus Melancholie, Überwissen und Hoffnungslosigkeit passt einfach nicht zu DiCaprio. Klar hat der Typ sich enorm gesteigert seit "Titanic", aber seine Darbietung in "Shutter Island" wird er soweiso nie wieder übertreffen köenne, also sollte er es auch nicht versuchen. Ich hätte mir lieber jemanden wie Viggo Mortenson in der Rolle gewünscht, also einen facettenreicheren Schauspieler.
Erleichtert war ich, als ich gemerkt habe, das der (vor langer zeit mal großartige) Michael Caine lediglich eine kleine Nebenrolle hatte. Seit den "neuen" BATMAN-Filmen kann ich den Kerl nicht mehr sehen, keine Ahnung warum das so ist, es ist halt so...
Schade auch, das Tom Berenger so wenig Screentime hatte. Diesen Charakterkopf sehe ich gerne in wichtigen Nebenrollen in Blockbustern.
Last but not least die ach so tollen Special-Effects, die überall und an jeder Stelle so hervorgehoben und gelobt werden. Ich für meinen Teil, kann lediglich eine Szene erwähnen, die wirklich atemberaubend war - und zwar die, in der Ariadne zum ersten Mal in einen Traum geht und ihre Welt erschafft. Das war wirklich grandios. Alles andere war entweder schlicht gesagt Standard oder aber völliger Blödsinn, z.B. die Fights in der Schwerelosigkeit. Hui, "Matrix" lässt grüßen - aber "Matrix" war 1999. Wir haben jetzt 2010, wacht auf...
"Inception" ist für mich eine einzige Enttäuschung, die ihren Vorschusslorbeeren nicht annähernd gerecht wird!! Leute, wartet lieber noch drei Wochen und geht in "The Expendables"...
Fazit: 3 von 10 Punkten